Häufige Fragen (FAQ)

Wie wirken sich Windenergieanlagen auf Wild aus?

Zum Thema Rotwild und Windkraftanlagen im Wald gibt es bisher keine wissenschaftlich abgesicherten Erkenntnisse. Erfahrungswerte aus anderen Vorhaben zeigen allerdings, dass sich das Rotwild als gejagte Tierart während der Bauphase erst einmal aus den hiervon betroffenen Bereichen zurückziehen wird. Nach Beendigung der Bauarbeiten kann mit grosser Sicherheit angenommen werden, dass die Hirsche wieder hierhin zurückkehren.

Als Beispiel für diese Annahme wurden die im Oberwald des Vogelsbergs in Hessen D befindlichen WEA genannt. Von dort gibt es keine Berichte, dass das Rotwild diese Bereiche meidet. Dieses Ergebnis wurde auch im Rahmen einer vom Nationalparkamt Eifel durchgeführten Tagung zum Rothirsch bestätigt, bei der auch die Verträglichkeit von WEA im Revier der Rothirsche erörtert wurde. Hier wurde für Vorkommen in Mecklenburg-Vorpommern und der Eifel bei bestehenden Windkraftanlagen keine negativen Auswirkungen beobachtet.

Der Hirsch brauche in der Anfangsphase nur eine kurze Eingewöhnungszeit. Die Scheuheit des Rothirsches ist in erster Linie das Ergebnis des durch die Jagd verursachten Verfolgungsdruckes. Hierauf kann mit einem entsprechenden Jagdkonzept Einfluss genommen werden. Störungsökologische Erkenntnisse belegen, dass Tiere per se keine Angst vor Menschen haben, solange sie nicht direkter Verfolgung unterliegen. Die Heimlichkeit und Scheu des Rotwildes wäre durch eine andere Art der Jagdausübung zu verringern, wie z.B. Untersuchungen aus dem „Schönbuch“, einem Waldgebiet bei Tübingen, eindrucksvoll belegen. Auch Luchs und Wildkatze werden vom Verfolgungsdruck beeinträchtigt.

In der Schweiz wurden an einer Anlage im Graubünden (Haldenstein) Beobachtungen gemacht. Diese zeigten, dass Hirsche in unmittelbarer Nähe der Anlagen äsen, sowohl als die Anlage still stand als auch als sie im Betrieb war. (Link). Die Anlage wurde zunächst experimentell abgeschaltet. Nachdem die Hirsche sich angenähert hatten, wurde sie wieder gestartet. Es wurde keine Reaktion beobachtet. Und die Tiere sind nicht geflüchtet. In einer österreichischen Studie wurde ein traditioneller Rothirschwechsel zwischen zwei Einstandsgebieten durch den Bau eines Windparks mit 15 Turbinen überhaupt nicht beeinträchtigt (Link).

Aufgrund des Vorsorgeprinzips wurde im Windenergiekonzept 2017 entschieden, die Gebiete rund um Wildtierpassagen von Nationalstrassen in einem Umkreis von 300 m als «grundsätzlich Ausschlussgebiet» zu definieren. Das daran anschliessende Gebiet zwischen 300 und 500 m Abstand gilt als «Vorbehaltsgebiet».

Quelle: THEGA