Häufige Fragen (FAQ)

Belasten Windenergieanlagen Anwohnende mit Elektrosmog?

Windenergieanlagen erzeugen wie andere Anlagen „Elektrosmog“. Im Vergleich zu anderen elektrischen Geräten, Hochspannungs- oder Eisenbahnfahrleitungen sind aber die Emissionen schon in kurzer Entfernung (ab ca. 80 m) von den Anlagen auch bei strengsten Grenzwerten für Menschen völlig unbedenklich. Dies gilt auch für erdverlegte Stromleitungen. Die Grenzwerte von elektromagnetischen Feldern sind in der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) geregelt.

Definition: «Elektrosmog» ist eine Sammelbezeichnung für alle technisch erzeugten elektrischen und magnetischen Felder und wird auch als nichtionisierende Strahlung bezeichnet. Überall, wo Elektrizität erzeugt, transportiert und genutzt wird, entstehen niederfrequente elektrische und magnetische Felder. Daneben erzeugen Mobil- und Rundfunksender sowie weitere Funkanwendungen ebenfalls Strahlung, und zwar im hochfrequenten Spektrum.

Quellen von Elektrosmog: Im Alltag ist der Mensch Elektrosmog aus verschiedensten Quellen ausgesetzt. So erzeugen Fahrleitungen von Eisenbahnen, Anlagen zur Elektrizitätsversorgung und so auch Windenergieanlagen oder strombetriebene Geräte im Haushalt niederfrequente elektrische und magnetische Felder. Fernseh- und Radiosender, Mobilfunkantennen, Mobiltelefone, Radaranlagen oder Mikrowellenöfen erzeugen hochfrequente Strahlung.

Auswirkungen auf den Menschen

Die Wirkung der nichtionisierenden Strahlung auf den Menschen hängt von der Intensität und der Frequenz der Strahlung ab. Sehr intensive Strahlung niedriger Frequenz kann Nervenimpulse und unwillkürliche Muskelkontraktionen auslösen. Intensive hochfrequente Strahlung kann zu einer Erwärmung von Geweben führen. Über langfristige Auswirkungen herrscht unter Fachleuten Uneinigkeit, denn es gibt kaum Studien, die diesen Aspekt untersucht haben.

Schutzmassnahmen Um die Bevölkerung vor Elektrosmog zu schützen, hat die Schweiz die Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) erlassen. Sie setzt Grenzwerte fest für die Strahlung ortsfester Anlagen wie Hochspannungsleitungen, Mobil- oder Rundfunksender. Diese Immissionsgrenzwerte schützen mit ausreichender Sicherheit vor den wissenschaftlich anerkannten Gesundheitsauswirkungen (Wärmewirkung, Nervenreizungen, Muskelzuck-ungen) und müssen überall eingehalten werden, wo sich Menschen – auch nur kurzfristig – aufhalten

Ab 80 m Abstand unbedenklich

Die Stärke der Felder nimmt mit steigender Spannung bzw. Stromstärke zu und mit wachsendem Abstand von der Quelle ab. Demnach sind die stärksten Felder in unmittelbarer Nähe zu Hochspannungsleitungen (380 kV) zu erwarten, während Anlagen im Bereich der Mittelspannung (bis 30 kV, dazu gehören auch Windenergieanlagen) verhältnismässig geringe Felder erzeugen. Gemäss Berechnungen mit hohen Vorgaben ist auch nach den strengen baubiologischen Kriterien eines deutschen Instituts ein Abstand von 80 m und mehr zu den Windenergieanlagen als vollkommen unbedenklich einzustufen.

Auswirkungen der Stromleitungen zu den Anlagen: In der Schweiz werden die Leitungen zwischen den Anlagen und zu den Transformatoren in Erdkabelleitungen geführt. Diese Erdkabelleitungen schirmen im Vergleich zu Freileitungen aufgrund des Dämpfungseffektes des Erdreiches und der technisch notwendigen geerdeten Kabelumhüllung besser ab und sind daher unbedenklich.

Generelle künftige Entwicklungen

Niederfrequenter Bereich: Die Zunahme des Stromverbrauchs und der intensivere Handel auf den Strommärkten führen zu höheren Stromdurchleitungsraten durch das Verteilnetz. Entlang von bestehenden Leitungen werden die niederfrequenten Magnetfelder deshalb weiter zunehmen.

Hochfrequenter Bereich: Durch den Aufschwung der Mobiltelefonie hat in der letzten Zeit auch die hochfrequente Strahlung in der Umwelt deutlich zugenommen. Für den Betrieb der Mobilfunknetze wurden an mehr als 16'000 Standorten Mobilfunkantennen aufgestellt. Neben dem Mobilfunk gehören auch Rundfunk, Richtfunk, Schnurlos-Telefone oder drahtlose Computernetzwerke (WLAN) zum Hochfrequenzbereich.

Quelle / weitere Informationen: Bundesamt für Umwelt zum Thema Elektrosmog