Arten- & Naturschutz

Gesetzlichen Vorgaben müssen eingehalten werden und ein Nebeneinander ist mit guter Planung und dank Technik möglich

Die Genehmigung zur Errichtung von Windenergieanlagen (WEA) ist von der Einhaltung der gültigen Naturschutzgesetzgebung abhängig. Insbesondere sind zahlreiche Schutzgebiete in der Schweiz streng geschützt. Gemäss Konzept Windenergie sind sie entweder für den Bau von Anlagen tabu (Moorlandschaften, Hoch-, Übergangs- und Flachmoore von nationaler Bedeutungen, Kernzone Nationalpärke und Naturerlebnispärke, Wasser- und Zugvogelreservate von internationaler und nationaler Bedeutung WZVV), oder sie gelten als grundsätzliche Ausschlussgebiete (übrige Biotope von nationaler Bedeutung gemäss Art. 18a NHG), wo nur in sehr gut begründeten Fällen und nach ausführlicher Interessenabwägung die Errichtung von WEA bewilligt werden kann.


Fauna - Windenergie und Schutz sind kein Widerspruch

Windenergieanlagen beeinträchtigen Vögel und Fledermäuse kaum. Dank sorgfältiger Planung und neuer technischer Lösungen können die möglichen Auswirkungen so weit reduziert werden, dass der per Gesetz geregelte Schutz bedrohter Vogelarten gewährleistet ist. Die Anliegen des Vogelschutzes können bereits in den ganz frühen Planungsstadien eines Windenergieprojekts berücksichtigt werden.

Unsere Positionen zum Thema

Birdlife International schätzt, dass 75% der Vogelarten durch den Klimawandel bedroht sind. Da die Nutzung erneuerbarer Energien und damit der Windenergie eine der effektivsten Klimaschutzmassnahmen darstellt, hat die Windenergie global gesehen positive Effekte für den Artenschutz.



Vögel vor Windanlage

Trotzdem ist es unbestritten, dass WEA je nach Standort für bereits bedrohte Vogel- und Fledermausarten problematisch sein können. Planer und Betreiber von WEA sind sich ihrer Verantwortung bewusst und berücksichtigen Umweltverträglichkeit und den Schutz der Natur in ihren Vorhaben. Tatsächlich wird bei der Planung von WEA sehr viel dafür getan, um der Gefahr möglicher Kollisionen, der Beeinträchtigung der Tiere oder der Zerstörung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten durch die Anlagen zu begegnen.

So muss ein unabhängiges Gutachten im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung erstellt werden. Dabei wird ermittelt, inwieweit gefährdete Arten von dem Bau einer WEA betroffen sind, wie sich eine Beeinträchtigung vermeiden lässt und wie gegebenenfalls Ausgleichsmassnahmen aussehen können. Zudem muss während dem Betrieb eine Erfolgskontrolle stattfinden, um die Wirksamkeit der Massnahmen sicherzustellen

Die Technologie entwickelt sich weiter: Das Risiko von Zusammenstössen von Fledermäusen und Vögeln mit Windenergieanlagen kann weiter vermindert werden.

Zum Schutz der Fledermäuse können die Anlagen bei hoher Fledermausaktivität ausgeschaltet werden. Die dazu benötigten Systeme haben sich vielfach bewährt und werden von den Anlagenherstellern heute standardmässig angeboten.

Zur Reduktion der Zusammenstösse von Vögeln mit Windenergieanlagen wird zurzeit an verschiedenen Hilfsmitteln geforscht. Schweizer Ornithologen und Windenergiefachleute haben gemeinsam ein Radarsystem entwickelt, das Vogelzüge genau beobachtet und Windenergieanlagen zu kritischen Zeitpunkten gezielt abschaltet.

Weltweit werden innovative Ansätze und Technologien entwickelt und in der Praxis geprüft, um noch effizientere und kostengünstigere Lösungen auf dem Markt zu bringen. Dank diesem dynamischen Umfeld wird in Zukunft die Windenergie noch umweltverträglicher ab als sie es heute bereits ist.



Andere Wild- und Nutztiere gewöhnen sich schnell

Nutztiere wie Kühe oder Schafe werden auf Weiden oder in Ställen auch in der Schweiz in der Nähe von WEA gehalten. Verhaltensauffälligkeiten konnten bisher nicht festgestellt werden. Die Tiere passen sich in der Regel den neuen Gegebenheiten schnell an. Ein Gewöhnungseffekt tritt auch bei Wildtieren nach kurzer Zeit ein. Allerdings kann es in der Bauphase zu einer Meidung eines Gebiets kommen oder störende menschliche Aktivitäten können wegen der besseren Erschliessung eines Gebiets zunehmen. 

Dieser Gefahr wird im Rahmen des Planungsprozesses aber Rechnung getragen und weitestgehend zu vermeiden gesucht. Eine Studie in der Schweiz (Righetti 2017) sowie eine Studie in Österreich (Friedel & Frey-Roos 2015) fanden keine Reaktion des Rotwilds auf Windenergieanlagen. Die Raumnutzung der Tiere wurde nicht verändert und auch den Nahbereich der Anlage (> 100m) wurde nicht gemieden. In der österreichischen Studie wurde der Wechsel zwischen zwei Einstandsgebieten durch den Windpark überhaupt nicht beeinträchtigt.

Weitere Informationen:

Windenergie und Vögel:

Windenergie und Fledermäuse:

Andere Institutionen, die sich mit Windenergie und Naturschutz beschäftigen: