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Appenzell Innerrhoden setzt mit 69 % Ja-Stimmen ein starkes Zeichen für die Windenergie im Kanton

Die Bewohnerinnen und Bewohner von Appenzell Innerrhoden haben am 9. Mai mit 69.2 % Ja-Stimmen die Revision des Energiegesetzes angenommen. Das Gesetz sieht als minimales Ausbauziel die Produktion von 10 Mio. Kilowattstunden (kWh) Windstrom pro Jahr vor. Das Resultat ist nicht nur ein starkes Bekenntnis für die Windenergie, sondern zeigt auch, dass die Innerrhoder Bevölkerung den Wert der Windenergie für eine sichere und lokale Stromversorgung erkannt hat.

Das Appenzeller Stimmvolk ist insbesondere der Forderung der Jugend gefolgt, die sich für den Windpark in Oberegg stark gemacht hat. Bild: Jugend Pro Windrad
Das Appenzeller Stimmvolk ist insbesondere der Forderung der Jugend gefolgt, die sich für den Windpark in Oberegg stark gemacht hat. Bild: Jugend Pro Windrad

Um die vorgesehene Windstromproduktion zu realisieren, kommt gemäss dem neuen Energiegesetz in erster Priorität der Standort Oberegg/Honegg in Frage. Dort plant die Appenzeller Wind AG bereits zwei Windenergieanlagen. Auch in der Standortgemeinde Oberegg wurde die Vorlage am Sonntag mit 65.3 % Ja-Stimmen deutlich angenommen, ein Zeichen für die hohe lokale Akzeptanz des Projekts. Der Anteil der eigenen Stromerzeugung im Kanton Appenzell Innerrhoden würde mit dem Betrieb der zwei geplanten Windenergieanlagen von 13 % auf 25.5 % steigen.

Damit der Windpark wie geplant umgesetzt werden kann, muss der Standort Oberegg/Honegg im kantonalen Richtplan festgelegt werden. Dank dem Ja zum revidierten Energiegesetz wurde auch diese Aufgabe erleichtert. Denn das Gesetz verpflichtet den Grossen Rat dazu, eine Interessenabwägung vorzunehmen. Dabei muss er die Interessen der Stromversorgung gegenüber denen des Landschaftsschutzes mindestens gleich hoch gewichten.

Strahlkraft in die ganze Schweiz
Das Appenzeller Stimmvolk ist insbesondere der Forderung der Jugend gefolgt, die sich für den Windpark in Oberegg stark gemacht hat. Der Entscheid hat Strahlkraft in die ganze Schweiz, so die Initianten, denn erstmalig hat der Souverän in einem Kanton und zugleich in der Standortgemeinde eines Projekts mit überwältigender Mehrheit die Nutzung der lokalen Windkraft klar befürwortet. Werden die Windenergieanlagen in Oberegg gebaut, können sie nach der Inbetriebnahme 12 % des Innerrhoder Stromverbrauchs decken.

Ein Bürgerprojekt
Die Appenzeller Wind AG plant im Gebiet Oberfeld/Honegg im Bezirk Oberegg/AI zwei Windenergieanlagen mit einer Leistung von je 4.3 MW. Mit ihnen könnten jährlich rund 13.4 Mio. kWh Windstrom erzeugt werden, das entspricht dem Verbrauch von über 12‘000 Menschen. Vor mehr als acht Jahren wurde die Idee eines Windparks in Oberegg im Kreis der IG Appenzeller Naturstrom Genossenschaft (IG) geboren. Die IG ist heute mit 16.67 % an der Projektgesellschaft Appenzeller Wind AG beteiligt und im Verwaltungsrat vertreten. Zusammen mit mehr als 100 privaten Geldgebern, die Mitglieder der IG sind, ist das Projekts in der lokalen Bevölkerung fest verankert. Der Windpark Oberegg ist und bleibt ein Bürgerprojekt.

Jugend Pro Windrad

Appenzeller Wind AG

Tags

Akzeptanz, Anwohnende, Energiepolitik, Gemeinden, Kantone, Technik, Umwelt, Wirtschaft/Finanzen