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EU-Stromerzeugung: Erneuerbare Energien überholen erstmals Gas und Kohle – Windstromanteil stieg auf 14%

Europa konnte 2020 das grünste Stromjahr aller Zeiten verzeichnen: Zum ersten Mal übertraf die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien jene aus fossilen Brennstoffen. Erneuerbare Energien hatten 2020 einen Anteil von 38% am europäischen Strommix, wohingegen fossile Energieträger nur auf 37% kamen. Der Anteil von Windenergie am Strommix betrug 14%, der von Solarstrom 5%. 2015 betrugen die Anteile noch 9% respektive 3%. Das rasante Wachstum von Wind- und Solarenergie habe die Kohle zum Niedergang gezwungen.

Windenergie hat faktisch zur Wasserkraft aufgeschlossen. Auch die Photovoltaik schliesst zur Bioenergie auf. Die fossilen bauen stetig ab. Bild: Agora Energiewende/Ember
Windenergie hat faktisch zur Wasserkraft aufgeschlossen. Auch die Photovoltaik schliesst zur Bioenergie auf. Die fossilen bauen stetig ab. Bild: Agora Energiewende/Ember

Das zeigt eine gemeinsame Analyse von Agora Energiewende und dem britischen Thinktank Ember. Vorangetrieben wurde der Wandel durch das rasante Wachstum der Wind- und Solarstromerzeugung; diese hat sich seit 2015 fast verdoppelt. Im Jahr 2020 stammte bereits ein Fünftel des EU-Stroms aus Wind- und Solarenergieanlagen. Die höchsten Anteile wurden in Dänemark (61 Prozent), Irland (35 Prozent), Deutschland (33 Prozent) und Spanien (29 Prozent) verzeichnet.

Die Leader und Nachzügler nach Ländern (2010-2025-2020) Bild: Agora Energiewende/Ember
Die Leader und Nachzügler nach Ländern (2010-2025-2020) Bild: Agora Energiewende/Ember

Deutlich gestiegene Preis für Emissionszertifikate
Umgekehrt zum Wachstum bei den erneuerbaren Energien hat sich die Kohleverstromung seit 2015 halbiert. Allein im Jahr 2020 sank sie um ein Fünftel. Kohlekraftwerke lieferten damit nur noch 13 Prozent des europäischen Stroms. Die Stromerzeugung aus Erdgas sank 2020 hingegen nur um 4 Prozent. Hintergrund dieser ungleichen Entwicklung ist der deutlich gestiegene Preis für Emissionszertifikate. Dadurch produzierten vergleichsweise klimafreundliche Gaskraftwerke vielfach den billigsten Strom unter den fossilen Kraftwerken. Sie unterboten in Deutschland, Polen und Tschechien sogar erstmals für einige Monate die Braunkohleverstromung.

Seit 2015 hat sich die Kohleproduktion fast halbiert. Bild: Agora Energiewende/Ember
Seit 2015 hat sich die Kohleproduktion fast halbiert. Bild: Agora Energiewende/Ember

Zubau trotz Pandemie robust
Die europäische Stromnachfrage sank 2020 um vier Prozent und erreichte im April während der ersten Covid-19-Welle einen Tiefstand. Der Zuwachs bei den erneuerbaren Energien war trotz der Pandemie robust. Ein weiterer Rückgang bei der fossilen Stromerzeugung wurde gebremst, weil die Stromnachfrage später im Jahr stieg während die Atomstromerzeugung unterdurchschnittlich war.

Phasing out auch bei der Kernenergie. Bild: Agora Energiewende/Ember
Phasing out auch bei der Kernenergie. Bild: Agora Energiewende/Ember

Die Studie ergab auch, dass Europas Strom im Jahr 2020 um 29 Prozent weniger CO2-intensiv war als 2015. Die Kohlenstoffintensität der europäischen Stromerzeugung erreichte im Jahr 2020 ein Rekordtief von 226 Gramm CO2 pro Kilowattstunde.

Studie „The European Power Sector in 2020“

Text: Agora Energiewende

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Akzeptanz, Anwohnende, Internationales, Technik, Umwelt, Wirtschaft/Finanzen