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Finnische Langzeitstudie: Infraschall von Windenergieanlagen hat keine Auswirkungen auf die Gesundheit

Das technische Forschungszentrum Finnland (VTT) konnte über eine kürzlich publizierte Langzeitstudie zeigen, dass der von Windenergieanalgen erzeugte Infraschall keine Auswirkungen auf die Gesundheit der Anwohner hat. Damit bestätigt die Studie die Aussagen des deutschen Umweltbundesamtes, auf die sich auch der deutsche Bundesverband Windenergie (BWE) stützt. Die Finnischen Forscherinnen und Forscher bekräftigen auch die 2017 vom BAFU in Auftrag gestellte Literaturstudie «Health effects related to wind turbine sound», die zum Schluss kommt, dass es bislang keine Evidenz eines Effektes von Infraschall auf Menschen gibt.

Bei einer Simulation der Schallemissionen von Windenergieanlagen konnten keine Reaktionen des autonomen Nervensystems auf Infraschall gemessen werden.
Bei einer Simulation der Schallemissionen von Windenergieanlagen konnten keine Reaktionen des autonomen Nervensystems auf Infraschall gemessen werden.

Die Langzeitstudie des VTT, des finnischen Instituts für Gesundheit und Soziales (THL), der finnischen Arbeitsschutzbehörde (FIOH) und der Universität Helsinki ist in diesem Forschungsbereich bislang die erste dieser Art. Das Studiendesign bestand aus drei Teilen: einer Langzeitmessung von Schall in Wohngebäuden in der Nähe von Windenergieanlagen, Befragungen sowie Hörtests der Befragten.

Nervensystem reagiert nicht auf Infraschall
Bei einer Simulation der Schallemissionen von Windenergieanlagen konnten keine Reaktionen des autonomen Nervensystems auf Infraschall gemessen werden. Die Studie sieht als Erklärung für das vermeintlich häufige Auftreten von Symptomen in der Nähe von Windenergieanlagen das Wirken eines sogenannten Nocebo-Effekts (analog zum Placebo-Effekt), wonach körperlich eigentlich unschädliche Einflüsse einen negativen Gesundheitseffekt dadurch hervorrufen können, dass Betroffene selbst einen negativen Effekt vermuten. Auch könnten über andere Ursachen auftretende Symptome fälschlicherweise mit Windenergieanlagen assoziiert werden.

Diese Ergebnisse stützen die Haltung des Schweizer Bundesrats. Dieser antwortete 2013 auf eine Interpellation wie folgt: „Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse liegen bei Windenergieanlagen bei Einhaltung der Vorgaben der Lärmschutzverordnung für hörbaren Lärm die Infraschallimmissionen unterhalb der Hör- und Wahrnehmungsschwellen, womit keine gesundheitlichen Wirkungen zu erwarten sind.“ (Zur Interpellation und der Antwort des Bundesrat auf parlament.ch)

Zur finnischen Langzeitstudie „Infrasound Does Not Explain SymptomsRelated to Wind Turbines“

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Akzeptanz, Anwohnende, Gesundheit, Internationales, Technik