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Schweizer Windenergieanlagen produzieren mindestens so viel Strom, wie im Planungsprozess erwartet

Eine Sendung vom 3.12.20 von Temps présent des Westschweizer Fernsehens RTS vermittelte das Bild, dass die Windenergieanlagen in der Schweiz zu wenig Strom liefern würden. Doch mit Ausnahme des Windparks Gries liefern alle Windenergieanlagen in der Schweiz mindestens so viel Strom oder sogar deutlich mehr, als bei der Planung berechnet wurde. Ein grosser Vorteil ist zudem, dass die Windenergie zwei Drittel ihrer Produktion im Winter liefert. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag an die Versorgungssicherheit und kompensiert die tiefere Produktion von Wasserkraft und Solarenergie im Winter.

Die Produktionsdaten aller Schweizer Windparks sind auf wind-data.ch frei verfügbar. Suisse Eole hat die in den Planungsphasen aufgeführten Erwartungswerte mit der Durchschnittsproduktion der Parks der vergangenen Jahre verglichen: Nur der Park Gries, ein hochalpines Pilotprojekt, erfüllt die Produktionserwartungen der Initiatoren nicht. Alle anderen Windparks erreichen die Prognosen oder übertreffen sie sogar deutlich. So produzieren auf dem Gütsch oberhalb Andermatt auf über 2300 m. ü. M vier Anlagen, die in vier Etappen zwischen 2004 und 2012 gebaut wurden, sogar 17 % mehr, als das lokale EW Ursern im Rahmen der Planung erwartet hat. Sie ermöglichen es dem Energieversorger die Eigenproduktion zu erhöhen, da sie über zwei Drittel im Winter produzieren, wenn die Nachfrage hoch ist und die eigenen Wasserkraftwerke weniger produzieren.

Die jährliche Produktion der Schweizer Windparks in Millionen Kilowattstunden

Die jährliche Produktion der Schweizer Windparks in Millionen Kilowattstunden
Die jährliche Produktion der Schweizer Windparks in Millionen Kilowattstunden

Winterbeitrag an die Versorgungssicherheit verstehen
Lionel Perret, Geschäftsleiter von Suisse Eole, erklärt: «Windstrom kann lokal zu einem Preis produziert werden, der deutlich unter dem Endverbraucherpreis von über 20 Rappen pro Kilowattstunde liegt. Wir verlangen ein Vergütungssystem, das auf den zukünftigen erneuerbaren Strommix ausgelegt ist und auch den Beitrag der Windenergie zur Versorgungssicherheit im Winter entschädigt.» Im erneuerbaren Energiesystem von morgen hat die Winterproduktion einen deutlich höheren Wert als der jährliche Durchschnittswert einer Kilowattstunde. «Sonne, Wasser und Wind sind die Hauptpfeiler der erneuerbaren Energieversorgung. Sie ergänzen sich perfekt. Und jeder Franken, den wir in Windenergie investierten, vermeidet 5 Franken, die wir in zusätzliche Solarstromproduktions- und Speichertechnik für den künftigen Energiemix investieren müssten, da Windenergie im Winter produktionsstark ist.» Diese Fakten fehlten in der Sendung Temps présent, die sich ausschliesslich auf Ausnahmefälle fokussierte und den globalen Kontext aussenvor liess. Die in der Sendung gezeigten Videomontagen künftiger Parks waren ebenfalls realitätsfremd und nicht repräsentativ.

Tags

Akzeptanz, Energiepolitik, Gemeinden, Kantone, Technik, Umwelt, Wirtschaft/Finanzen