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Gotthard-Windpark nimmt weitere Hürde – Tessiner Regierung weist Beschwerde von Heimatschutz ab

Die Tessiner Regierung gibt grünes Licht für den Bau von 5 Windenergieanlagen am Gotthard. Sie hat eine Einsprache der Società Ticinese Arte e Natura (Stan), die Tessiner Heimatschutzvereinigung, gegen die am 9. Juni erteilte Baubewilligung für das Projekt abgewiesen. Die Stan hat nun 30 Tage Zeit, gegen diesen Entscheid vor dem Verwaltungsgereicht zu rekurrieren.

Bereits 2015 klarer Entscheid für den Windpark
Bereits mit einer Einsprache gegen die Änderung des Zonenplans war die Heimatschutzvereinigung bei der Kantonsregierung abgeblitzt. Anschliessend sprach sich auch das kantonale Verwaltungsgericht 2015 gegen die Einwände der Stan aus. Der geplante Windpark werde zwar zweifellos Auswirkungen auf das Landschaftsbild haben, räumte das Verwaltungsgericht ein. Aber das bedeute nicht, dass dieses verschandelt werde. Die vorgesehenen Standorte der fünf Turbinen liegen auf 2130 Metern über Meer, «in ausreichender Distanz zu den unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden auf der Passhöhe», entschieden die Richter in Bellinzona.

Die Einwände der Heimatschützer erachtete das Verwaltungsgericht aus zwei Gründen als nicht stichhaltig. Einerseits würden die umliegenden Berggipfel die Höhe der Masten relativieren. Andrerseits hätten sich die Bauherren verpflichtet, rund um die Standorte der Windräder das Erdreich zu sanieren sowie alte Materialdepots zu entfernen. Zu den Kompensationsmassnahmen zählt zudem die Verlegung von diversen Hochspannungsleitungen unter die Erde. Ob die Verwaltungsrichter ihre Einschätzung aus dem Jahr 2015 nun anlässlich des Rekurses der Heimatschutzvereinigung revidieren werden, bleibt abzuwarten.

Fotomontage der fünf Windenergieanlagen auf dem Gotthard. Bild: AET
Fotomontage der fünf Windenergieanlagen auf dem Gotthard. Bild: AET

Im Rahmen des Windparkprojekts sollen fünf Windenergieanlagen auf dem Gotthardpass aufgestellt werden. Die Gesamtleistung des Windparks wird auf 11.5 MW und die jährliche Produktion auf ca. 20 Mio. Kilowattstunden geschätzt. Damit wird der Gotthard-Windpark den Strombedarf von über 6000 energieeffizienten Haushalten abdecken können, was den Bedarf in den Bezirken Leventina und Blenio sogar übersteigt. Die Parco Eolico San Gottardo SA, die den Park bauen und betreiben will, ist im Besitz der Tessiner Elektrizitätsgesellschaft AET (70%), der Industriellen Werke Genf (25%) und der Gemeinde Airolo (5%).

Text: Suisse Eole, Quellen: Urner Wochenblatt, Tessiner Elektrizitätsgesellschaft AET

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Akzeptanz, Energiepolitik, Gemeinden, Umwelt