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Kein Versorgungsengpass mit Erneuerbaren in Europa trotz Dunkelflaute

Die sogenannte Dunkelflaute - die lichtarmen Wintermonate November bis Januar - wird allgemeinhin als Gefahr für eine auf erneuerbaren Energien basierende Stromversorgung wahrgenommen. Die tatsächlichen Wirkungen wurden nun vom Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (Fraunhofer IWES) anhand von europäischen Wetterdaten aus sieben Jahren untersucht. Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass die Stromversorgung auch bei einer erneuerbaren Vollversorgung in Europa, hauptsächlich auf Windenergie und Photovoltaik basierend, sicher funktioniert.

Die Forscher setzten dabei einen grenzüberschreitenden Kraftwerks- und Speichereinsatz über das gemeinsame europäische Verbundnetz voraus. Genauso seien eine Kopplung des Stromsektors mit flexiblen Stromverbrauchern im Wärme- und Transportsektor notwendig, zum Beispiel Batteriespeichern in Fahrzeugen.

Anteil Erneuerbare ohne Gas an der Nettostromerzeugung (%) im europäischen Stromerzeugungsmix 2050. Grafik: IWES
Anteil Erneuerbare ohne Gas an der Nettostromerzeugung (%) im europäischen Stromerzeugungsmix 2050. Grafik: IWES

99.945%igen Versorgungssicherheit
Dunkelflauten kamen in der EU in den untersuchten sieben Wetterjahren (2006 bis 2012) nur zweimal vor und dauerten drei bis vier Stunden. Auch bei einer doppelten Dauer, also sieben Stunden ohne Unterbrechung, könne die Versorgung mit Gasturbinenkraftwerken sichergestellt werden, ist in der Studie zu lesen. Versorgungssicherheit sei grundsätzlich immer ein relativer Wert. Durch den langen Untersuchungszeitraum in dieser Studie kann jedoch theoretisch von einer 99.945%igen Versorgungssicherheit ausgegangen werden.

Analyse eines europäischen 95% Klimaszenarios über mehrere Wetterjahre

Quelle: Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik

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Internationales, Technik, Wirtschaft/Finanzen