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Erforderliche Mindestleistung konventioneller Kraftwerke wird überschätzt

Gelegentlich werden in Deutschland Erneuerbare-Energien-Anlagen abgeregelt, wenn es ein Überangebot an Strom im Netz gibt. Ein Monitoringbericht der deutschen Bundesnetzagentur zur Mindesterzeugung zeigt nun, dass die erneuerbaren Energien Wind und Sonne allein kein Überangebot produzieren, sondern die Überlast wesentlich durch konventionelle Kraftwerke verursacht wird, deren Betrieb für die Netzstabilität gar nicht erforderlich wäre.

Ein Beispiel aus dem Bericht der Bundesnetzagentur belegt das eindrücklich: Am 6. September 2015, einem Tag mit sehr hoher Einspeisung aus Erneuerbare-Energien-Anlagen und negativen Strompreisen, betrug die Last zwischen 14.00 und 15.00 Uhr 49 GW. Erzeugt wurden aber insgesamt 63 GW, also ein Überschuss von 14 GW. Windenergieanlagen produzierten in diesem Zeitraum 23 GW, Photovoltaikanlagen 12 GW. Sie konnten zusammen also gut 70 Prozent des Bedarfs decken. Konventionelle Kraftwerke speisten zwischen 23 und 28 GW ein. Davon gehörten jedoch nur 4.7 GW zur sogenannten Mindestleistung, die für einen sicheren Netzbetrieb erforderlich sind. Weitere 19 GW stammten aus dem konventionellen Erzeugungssockel, der netztechnisch nicht erforderlich ist. Sprich: Die konventionelle Stromerzeugung war viel höher als notwendig.


Gründe dafür, dass konventionelle Kraftwerke unflexibel auf negative Börsenpreise reagieren und auch bei negativen Börsenpreisen Strom einspeisen, sieht die deutsche Bundesnetzagentur einerseits in technischen Einschränkungen der Kraftwerke. Andererseits hätten die Kraftwerksbetreiber aber auch ökonomische Beweggründe dafür.

Bericht der deutschen Bundesnetzagentur

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Internationales, Technik