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ElCom fordert für Versorgungssicherheit höheren Zubau von Erneuerbaren

Die Eidgenössische Elektrizitätskommission ElCom warnt in ihrem Newsletter vom 30.3.17 aufgrund der hohen Stromimporte vom vergangenen Winter: „Bleiben die Zubauraten der erneuerbaren Energien moderat, dürfte die Importabhängigkeit weiter zunehmen.“ Sie sieht deshalb insbesondere im Winter grosse Herausforderungen auf die Schweizer Versorgungssicherheit zukommen. Suisse Eole sieht dadurch die Notwendigkeit der Energiestrategie 2050 bestätigt. Die Windenergie spielt für die Versorgungssicherheit eine Schlüsselrolle, da sie zwei Drittel der Produktion im Winterhalbjahr liefert.


Verfügbarkeit von Importen limitiert

Die ElCom schreibt in ihrem Newsletter 3/2017, die Situation in diesem Winter habe gezeigt, dass die Verfügbarkeit der Importkapazität aufgrund von Nichtverfügbarkeit der Produktion (Frankreich) und Netzengpässen (Deutschland und Italien) limitiert sein könne. Dem Risiko „Importverfügbarkeit“ sei insbesondere im Hinblick auf die Ausserbetrieb-nahmen der restlichen Kernkraftwerke in Süddeutschland bis 2022 sowie im Hinblick auf die Verzögerungen beim innerdeutschen Netzausbau die notwendige Beachtung zu schenken. Damit die Importrisiken minimiert werden können, müssten zudem auch beim Netzausbau Fortschritte erzielt werden.


Die Mitteilung der ElCom zeigt klar auf, dass die bestehende Wasserkraft erhalten und die neuen erneuerbaren Energien ausgebaut werden müssen, um die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten. Die Energiestrategie des Bundes ist deshalb die richtige Ant-wort auf die Herausforderungen, die auf die Schweiz bei der Ausserbetriebnahme der Kernkraftwerke, die längerfristig unvermeidbar ist, zukommen.


Windenergie liefert Winterstrom
Der Windenergie kommt im Winter bezüglich der Gewährleistung der Versorgungs-sicherheit eine Schlüsselrolle zu, da sie die einzige erneuerbare Energiequelle ist, die vor allem im Winterhalbjahr produziert. In der Schweiz liefern Windenergieanlagen zwei Drittel ihrer Produktion im Winter. Sie ist damit die ideale Ergänzung für die bestehenden Wasserkraftwerke und die wachsende Anzahl Solaranlagen.

Ein schweizerischer Kompromiss
Die Ziele des Bundes gemäss der Energiestrategie 2050 können mit 120 Windparks à 5 – 10 Anlagen erreicht werden (total ca. 800 – 900 Anlagen). Ein schweizerischer Kompro-miss, in dem bereits Rücksicht auf unsere besondere Landschaft genommen wurde.

Die Umweltverbände befürworten bis 2035 den Bau von rund 400 Windenergieanlagen. Das diese Zahlen moderat sind, zeigt ein Blick über die Landesgrenzen nach Deutschland: Ende 2016 waren in den deutschen Bundesländern, die an die Schweiz grenzen, folgende Windenergieanlagen in Betrieb: 572 Anlagen in Baden-Württemberg, das 15 % kleiner ist als die Schweiz, 1612 Anlagen im Bundesland Rheinland-Pfalz, das 50 % kleiner ist als die Schweiz. In Schleswig Holstein, dem nördlichsten deutschen Bundesland, das 60 % kleiner ist als die Schweiz, produzierten 3581 Anlagen Windstrom.

Newsletter 3/2017 der ElCom

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Energiepolitik, Technik