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Neuer Windatlas zeigt: Windenergie in der Schweiz bisher deutlich unterschätzt

Der heute vom Bundesamt für Energie (BFE) veröffentlichte Windatlas der Schweiz zeigt: Die geplanten Windenergieanlagen stehen an den richtigen Standorten. Das Windaufkommen ist jedoch markant besser als bisher angenommen, insbesondere im Mittelland und in der Nord-Ost-Schweiz.

Gemäss der Energiestrategie 2050 soll die Windenergie in der Schweiz 7-10 % des Strombedarfs decken. Die neuen Daten auf www.windatlas.ch zeigen nun, dass das Windaufkommen in der Schweiz deutlich grösser ist, als es in den bisherigen Windkarten angegeben wurde: „Die umfangreichen Windsimulationen ergeben insbesondere im Mittelland und in der Nordostschweiz deutlich höhere Windgeschwindigkeiten als bisher ausgewiesen“, erklärt Reto Rigassi, Geschäftsführer von Suisse Eole

Gute Neuigkeiten für die Energiewende
Reto Rigassi fügt an: „Das sind gute Neuigkeiten für die Energiewende, denn Windstrom fällt zu zwei Drittel im Winterhalbjahr an und ist damit die optimale Ergänzung zu Solar- und Wasserkraft. Umso mehr als die sorgfältig geplanten Projekte durchaus die Zustimmung der Gemeinden finden.“ In der Schweiz haben in aller Regel die Gemeinden das letzte Wort darüber, ob ein Windenergieprojekt realisiert werden kann oder nicht. Umsichtig geplante Projekte finden durchaus die Zustimmung der örtlichen Bevölkerung. So sind von den zehn der zwischen 2012 und 2015 in den Gemeinden gefällten Entscheide neun zugunsten der Windenergieprojekte ausgefallen.

Die Winddaten auf www.windatlas.ch basieren auf einer Simulation mit langjährigen Klimadaten und lokalen Windmessungen in einem Raster von 100x100 Metern.
Die Winddaten auf www.windatlas.ch basieren auf einer Simulation mit langjährigen Klimadaten und lokalen Windmessungen in einem Raster von 100x100 Metern.

Hohe Zufriedenheit der Anwohner
Windenergieprojekte verlangen aber nach einem langen Atem: Die föderalistische Struktur führt zu aufwändigen, mehrstufigen Verfahren. Nicht zuletzt werden zahlreiche Projekte trotz Zustimmung von Kanton und Gemeinde durch Einsprachen verzögert – teilweise seit über 10 Jahren. Sind die Anlagen erst einmal in Betrieb, bestätigen durchgeführte Studie eine hohe Zufriedenheit der Anwohner. So zeigt zum Beispiel die jüngste Studie im St. Galler Rheintal, dass 77 % der Anwohner der Windenergieanlage Calandawind in Haldenstein den weiteren Ausbau der Windenergie in ihrer Region befürworten.

Gute Erträge der bestehenden Anlagen
Die 34 bestehenden grossen Windenergieanlagen in der Schweiz haben bis jetzt die Erwartungen erfüllt: 2015 produzierten sie gemeinsam rund 109 Millionen Kilowattstunden Strom. Dies ist mehr, als während der Planung der Projekte prognostiziert wurde und genug Strom, um über 30’000 Haushalte oder sämtliche Haushalte der Städte Neuenburg und Freiburg zu versorgen. Wie der neue Windatlas zeigt, bleibt ein grosses Potenzial ungenutzt!

Kein Ersatz für detaillierte Windmessungen
Die Winddaten auf www.windatlas.ch basieren auf einer Simulation mit langjährigen Klimadaten und lokalen Windmessungen in einem Raster von 100x100 Metern. Die Karte ist jedoch kein Ersatz für die lokale Windmessung bei konkreten Plänen für neue Windenergieanlagen. Sie bildet lediglich eine Grundlage. Um Windenergieprojekte mit ausreichender Sicherheit beurteilen zu können, bedarf es in jedem Fall einer konkreten Messung vor Ort.

www.windatlas.ch


Tags

Akzeptanz, Energiepolitik, Gemeinden, Kantone, Technik, Wirtschaft/Finanzen