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Deutschland: Windstrom an Land kostet 5.3 bis 9.6 Cent pro kWh

Die Studie „Kostensituation der Windenergie an Land“ in Deutschland zeigt, dass sich die mittleren Stromgestehungskosten der Windenergie an Land, berechnet auf 20 Jahre Betrieb, sich 2016/2017 je nach Standort in einer Bandbreite von 5.3 bis 9.6 Cent pro Kilowattstunde bewegen. Im Durchschnitt sind die Kosten im Vergleich zu 2012/2013 damit um 12 % gesunken. Gründe sind tiefe Finanzkosten sowie schlanke Bewilligungsverfahren.

Die Deutschen WindGuard erstellte die Studie im Auftrag des deutschen Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) und von VDMA Power Systems. Untersucht wurden 46 Anlagentypen von Herstellern, die 97 % des deutschen Marktes abdecken. Die mittleren Kosten der Anlagenklassen, variieren zwischen 980 und 1380 Euro pro Kilowatt, inklusive Transport und Installation. Diese so genannten mittleren Hauptinvestitionskosten differieren nach Leistungsklasse und Nabenhöhe. Investitionsnebenkosten etwa für Fundamente und Zuwegung mit durchschnittlich 387 Euro pro Kilowatt können standortabhängig im Mittel um 40 % schwanken. Auch Betriebskosten etwa für Wartung und Pacht mit durchschnittlich 56 Euro pro Kilowatt und Jahr können je nach Anlage und Standort um 30 % variieren. Die Finanzierungskosten sind aktuell sehr niedrig. Der Fremdkapitalzins wurde in der Studie mit lediglich 2.5 % angesetzt. Grundlage aller Kostenannahmen ist das Erneuerbare-Energien-Gesetzt (EEG) 2014. Unter diesem Förderregime werden Windenergieanlagen in Deutschland errichtet, die bis zum Ende des Jahres 2016 genehmigt werden.

Immer kosteneffizienter
Im Vergleich zur letzten Erhebung sinken die Kosten für die Windenergieanlagen inklusive Transport und Installation im Schnitt um 7 %. Die spezifischen Kosten pro Quadratmeter Rotorkreisfläche sinken im Durchschnitt sogar um 16 %. „Die verlässlichen Rahmenbedingungen des EEG unterstützen die technische Optimierung der Anlagen und tragen so dazu bei, die Stromgestehungskosten der Windenergie an Land insgesamt sukzessive zu senken“, sagt Matthias Zelinger. „Neue Windenergieanlagen erreichen mit höheren Türmen und längeren Rotorblättern eine höhere Auslastung der Kapazitäten und wachsende Erträge.“

Aufgrund der bis zu viermal längeren Bewilligungsverfahren ist in der Schweiz in den nächsten Jahren nicht mit ähnlich tiefen Kosten von Windstrom zu rechnen.

Studie „Kostensituation der Windenergie an Land in Deutschland – Update“

Quelle: Deutscher Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE)

Aufgrund der bis zu viermal längeren Bewilligungsverfahren ist in der Schweiz in den nächsten Jahren nicht mit ähnlich tiefen Kosten von Windstrom zu rechnen.
Aufgrund der bis zu viermal längeren Bewilligungsverfahren ist in der Schweiz in den nächsten Jahren nicht mit ähnlich tiefen Kosten von Windstrom zu rechnen.

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Internationales, Technik, Wirtschaft/Finanzen