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Das „Windturbinen-Syndrom“ gibt es nicht

Eine unabhängige Expertengruppe der Umwelt- und Gesundheitsämter des US-Bundesstaates Massachusetts kommt zum Schluss, dass Windturbinen keine direkten negativen Wirkungen auf die menschliche Gesundheit haben. Insbesondere haben sie keine Hinweise auf ein so genanntes „Windturbinen-Syndrom“ gefunden. Die Experten sehen kein Anzeichen dafür, dass der von Windturbinen abgegebene Schall oder Infraschall direkte schädliche Wirkung auf Menschen in Wohndistanz hat. Insbesondere konnte kein Zusammenhang gefunden werden zwischen Geräuschen von Windturbinen und psychischen wie auch körperlichen Symptomen. Nicht Gegenstand der Untersuchung war, welche gesundheitlichen Vorteile Windenergie gegenüber konventioneller Energieproduktion mit Kohle, Gas und Uran mit sich bringt.

Die siebenköpfige Expertengruppe hält weiter fest, dass die von Betroffenen monierte „Belästigung“ abhängig ist vom Geräusch der Anlage, der Sichtbarkeit der Windturbine und der Einstellung zum Windparkprojekt. Prinzipiell sei es möglich, dass sehr laute Windturbinen den Schlaf prädisponierter Personen stören könnten, während dies bei leisen Anlagen nicht einmal bei den leichtesten Schläfern der Fall sei. Es brauche weitere Studien, um die Störungsschwelle für empfindliche Personen festzustellen, so heisst es in der im Januar 2012 erschienen Studie.

Die von den Windturbinengegnern oft unkritisch zitierte amerikanische Autorin Nina Pierpont erfährt seitens der Fachleute aus Massachusetts ein hartes Verdikt. „Wind Turbine Syndrome“, so der Titel ihres Buches, sei schon als Begriff irreführend. Einen Kausalzusammenhang der beschrieben Gesundheitsprobleme zu den Windturbinen herzustellen sei aufgrund des gewählten Vorgehens „unmöglich“. Das Expertengremium kritisiert insbesondere die Auswahl der Personen für Pierponts Untersuchung: Es nahmen ausschliesslich Personen teil, die Symptome wie Angst, Konzentrationsmangel und Reizbarkeit aufwiesen und gleichzeitig in der Nähe von Windturbinen wohnten. Vergleichsgruppen in weiter Distanz zu Windparks gab es nicht. Umgekehrt wurden gesunde Personen in der Nähe von Anlagen ausser acht gelassen. Zudem wurden die Symptome nicht von medizinischem Fachpersonal diagnostiziert, sondern basieren auf Beschreibungen der Betroffenen selbst. Es wurde auch nicht erhoben, wie gross die Distanzen von Windenergieanlagen und Wohnhäusern der Betroffenen sind. Die Evidenz der Studie sei deshalb „per se schwach“.

Die Studie belegt einmal mehr von unabhängiger Seite die vorhandenen wissenschaftlichen Kenntnisse. Auch die in der Schweiz geltenden Anforderungen werden bestätigt: Mit den via Lärmschutzverordnung definierten Minimalabständen und der Begrenzung des Schattenwurfs sind wir auf dem richtigen Weg.

Zur Studie (Englisch)