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    Energiewende + Windmythen: Pointiert erläutert

    Die Universität St. Gallen bringt in einer Videoreihe komplexe Themen auf den Punkt. In peppig-augenzwinkernder und temporeicher Bildsprache befasst sich der neuste der «digitalen Wissenshappen» mit der Energiewende. Für Faktentreue bürgt Rolf Wüstenhagen, Inhaber des Lehrstuhls für das Management erneuerbarer Energien, der die Inhalte zusammengetragen hat.

    Ein weiteres Video widerlegt ebenso anschaulich die kursierenden Mythen über die Windenergienutzung. Der Film in englischer Sprache stammt von den australischen «Friends of the Earth», der Partnerorganisation von Pro Natura.

    Video Energiewende (deutsch/englisch)

    Video Windmythen (englisch)

    Grösste Windturbine montiert

    Foto: Calandawind

    Seit Samstag, 16. Februar 2013 steht wenige Kilometer nördlich von Chur, auf der linken Talseite neben dem Rhein, eine Vestas V112. Die grösste Windenergieanlage der Schweiz hat eine Leistung von 3 MW,  120 m Nabenhöhe und 56 m lange Rotorblätter. Erwartet wird eine Produktion von 4,5 Mio. kWh, so viel wie 1200 Haushalte verbrauchen.
    Suisse Eole gratuliert den beiden Initianten, Josias Gasser (GLP-Nationalrat GR) und Jürg Michel (alt Gemeindepräsident von Haldenstein), ganz herzlich zur erfolgreichen Montage und wünscht alles Gute für die Testphase sowie für die geplante Inbetriebnahme im Laufe des März 2013.
    Mit der Neuinstallation erreicht die gesamte Windenergieleistung in der Schweiz 52 MW. Die Stromproduktion liegt in einem normalen Windjahr bei 92 Mio. kWh, was dem bedarf von fast 26'000 Haushalten entspricht.

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    10 % Windstrom bis 2035

    Foto: B. Gutknecht

    Bisherige Berechnungen der Schweizer Windenergiepotenziale beruhen auf überholten Annahmen. Dank speziell für mittelstark bewindete Binnenregionen entwickelten Windenergieanlagen wird eine markante Effizienzsteigerung möglich. Mit wesentlich längeren Rotorflügeln ernten diese den Wind optimal, ragen jedoch nur geringfügig und von Auge kaum wahrnehmbar über die heutige Standard-Gesamthöhe von 150 m hinaus.

    Somit ist in der Schweiz eine markant höhere Produktion möglich: Per 2020 schätzt die Fördervereinigung Suisse Eole die einheimische Jahresproduktion auf zwei Terawattstunden (TWh), per 2035 auf sechs TWh Windstrom – das ist markant mehr als bisher angenommen. Der Zubau steht im Einklang mit zentralen Nachhaltigkeitskriterien und berücksichtigt national bedeutende Schutzgebiete. Bedingung ist der gemeinsame Wille von Bund, Kantonen, Gemeinden und Zivilgesellschaft zur zügigen Umsetzung der Energiestrategie 2050.

    > Vertiefende Informationen

    Kein Einfluss auf Immobilienpreise

    Der Marktwert von Immobilien hängt von zahlreichen Faktoren wie Lage, Erschliessung, Steuern, Hypothekarzinsen und Nachfrage ab. Neben diesen Faktoren kann die blosse Präsenz einer Windenergieanlage in Siedlungsnähe nur einen sehr geringen Einfluss auf den Marktwert haben. Die Nähe einer Windenergieanlage würde sich nur dann negativ auswirken, wenn direkte Immissionen zu erwarten wären. Das kommt aufgrund planerischer und betrieblicher Massnahmen nur selten vor. In Fällen, wo Windenergieanlagen tatsächlich in unmittelbarer Nähe einer bewohnten Liegenschaft stehen, profitieren die Landeigentümer in der Regel von einem Pachtzins.
    Diese Überlegungen werden durch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt, unter anderem durch eine neuere Literaturstudie der Waadtländer Kantonalbank.

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    Europas höchster Windpark ausgebaut

    Foto: M. Russi

    Seit 2002 wird auf dem Gütsch ob Andermatt (UR) sauberer Windstrom produziert. Zum zehnjährigen Jubiläum hat das Elektrizitätswerk Ursern auf 2300 m ü. M. eine weitere Anlage in Betrieb genommen. Der höchste Windpark Europas besteht nun aus insgesamt vier Anlagen. Die Windturbine des Typs Enercon E44 wurde im September errichtet. Nach mehrwöchigem Testbetrieb ist sie kürzlich vom Hersteller an das Elektrizitätswerk Ursern (EWU) übergeben worden und hat den regulären Betrieb aufgenommen.
    Der Typ ist für starke Böen ausgelegt, wie sie am Standort häufig vorkommen – mit Windspitzen von mehr als 200 km/h. Die Dimensionen entsprechen den beiden 2010 montierten Anlagen: 55 m Nabenhöhe, 44 m Rotordurchmesser und 900 kW Leistung. Alle vier vom EWU betriebenen Anlagen werden mit 3,3 MW Gesamtleistung jährlich rund 4,5 GWh grünen Strom produzieren. Das entspricht dem Durchschnittskonsum von fast 1300 Haushalten. Zum Vergleich: Im Urserntal gibt es gut 700 Haushalte. Der Windpark kann 1,5 % des gesamten Urner Stromverbrauchs abdecken.

    Die Anlagen sind von der Nordeinfahrt des Gotthardtunnels aus bei schönem Wetter gut zu sehen – ein sinnliches und sinniges Wahrzeichen der Energiewende.

    Weitere Infos zum Windpark

    Leuthard: «Windturbinen haben etwas Schönes.»

    Foto: M. Ahmadi

    An der Suisse-Eole-Tagung vom 25.10.2012 wurden die Chancen der Windenergienutzung für die Gemeinden aufgezeigt. Dazu gehören Imagegewinn (fortschrittliche Energieregion) und regionale Wertschöpfung (Pacht- und Steuereinnahmen, Tourismus, Vermarktung regionaler Produkte, Arbeitsplätze). Zudem wurde anhand von Fallbeispielen aufgezeigt, wie sich die möglichen negativen Aspekte der Windenergienutzung minimieren lassen. Bundesrätin Doris Leuthard betonte die Rolle der Kommunen: «Es sind letztlich die Gemeinden, die über die Umsetzung der Energieprojekte entscheiden. Es braucht von allen Seiten auch Kompromisse.» Zum Schluss kam ihr persönliches Bekenntnis zu den drehenden Rotoren in der Landschaft: «Windturbinen haben etwas Schönes an sich – gerade auch in den Alpen.»

    Bilder, Referate, Medienberichte

    Im Fokus

    Grösseres Windenergiepotenzial als angenommen

    Bisherige Berechnungen der Schweizer Windenergiepotenziale beruhen auf überholten Annahmen. Dank speziell für mittelstark bewindete Binnenregionen entwickelten Windenergieanlagen wird eine markante Effizienzsteigerung möglich. Somit ist in der Schweiz eine markant höhere Produktion möglich: Per 2020 schätzt Suisse Eole die einheimische Jahresproduktion auf zwei Terawattstunden (TWh), per 2035 auf sechs TWh Windstrom.

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    Charrat (VS): 3-MW-Windturbine eingeweiht

    Foto: B. Gutknecht

    In der Unterwalliser Gemeinde Charrat wurde am 11.9.2012 eine der grössten Windturbinen der Schweiz eingeweiht. Mit einer Leistung von 3 MW, einer Nabenhöhe von 99 m und einem Rotorradius von 50 m übertrifft sie alle bisherigen Anlagen. Die erwartete Jahresproduktion liegt bei 6,5 Millionen kWh, was dem Verbrauch von 1800 Durchschnittshaushalten entspricht. Neben den bestehenden Windrädern in Collonges und Martigny ist „Adonis“, so der Name, die dritte Anlage im Rhonetal. Der Standort verspricht dank starken Winden eine gute Anlageneffizienz, welche durch die neue Anlagendimension noch verstärkt wird. In den kommenden Jahren sollen bei Charrat fünf weitere Windräder entstehen.
Die jüngste Schweizer Anlage wird von der ValEole SA betrieben. Die Hälfte des Aktienkapitals stellen die Gemeinden Charrat, Fully, Saxon, Martigny, Riddes und Saillon, die andere Hälfte der Windparkbetreiber RhônEole sowie die Energieversorger SEIC, Sinergy, L’Energie de Sion-Région und Groupe E Greenwatt, die alle wiederum mehrheitlich im Besitz der öffentlichen Hand sind. 

    www.rhoneole.ch

    Video von ValEole SA

    Baselland ist Windkanton

    Die Baselbieter Regierung hat am 10.9.2012 eine Standortstudie für Windenergieanlagen publiziert. Das Resultat kann sich sehen lassen: Bei einem Vollausbau könnten 500 Gigawattstunden (GWh) produziert und damit 25 % des kantonalen Strombedarfs gedeckt werden. Bis in 15 Jahren sollen 100 GWh (5 % des Bedarfs) produziert werden, bis in 25 Jahren 200 GWh (10 %).
    Wichtig ist, dass der Kanton nun die Richtplanung unter Einbezug der verschiedenen Interessen vorantreibt. Dabei sind auch Bürger, Gemeinden und Energieversorger gefordert, die Konkretisierung der Projekte an die Hand zu nehmen. Interessant sind die Versprechen des Kantons bezüglich künftiger Bewilligungspraxis: Mit parallelen Verfahren und Ämterkoordination soll die heute sehr lange Verfahrensdauer verkürzt werden.

    > Info des Kantons Baselland

    ETH-Studie: Je grösser, desto umweltfreundlicher

    Eine Ende Juni 2012 publizierte Studie der ETH Zürich hat untersucht, wie sich Rotordurchmesser und Nabenhöhe von Windenergieanlagen auf die Stromproduktion auswirken. Es wurden Anlagen in der Grösse von 30 kW bis 3 MW untersucht. Resultat: Je grösser der Rotordurchmesser und je höher der Turm, desto umweltfreundlicher der Strom. Das liegt an der mit wachsender Grösse zunehmenden Effizienz: Pro produzierte Kilowattstunde ist weniger Materialaufwand nötig. Damit werden bei Herstellung und Transport auch weniger Treibhausgase freigesetzt. Mit jeder Verdoppelung der Anlagenproduktion sinkt die Umweltbelastung des erzeugten Stroms um 14%. Das neuste Baujahr der berücksichtigten Windturbinen ist 2005. Es ist davon auszugehen, dass mit den jüngsten, fürs Binnenland optimierten Anlagentypen Effizienz und Umweltfreundlichkeit weiter zunehmen.
    Wie eine frühere, nach der Methode des Bundesamts für Umwelt BAFU durchgeführte Ökobilanzstudie gezeigt hat, ist Windstrom nach Wasserkraft und Strom aus Kehrichtverbrennungsanlagen die ökologischste Art der Stromgewinnung. Die Methode berücksichtigt ein breites Spektrum von Umweltbelastungen: So werden nicht nur Treibhausgasemissionen miteinbezogen, sondern auch Abfälle sowie die Belastung von Luft, Böden und Gewässern durch problematische Stoffe.

    > Weitere Infos zur Studie

    > Resultate der Ökobilanzstudie

     

    Chevalley und Girod: Generation Windenergie

    Die Generalversammlung von Suisse Eole wählte am 9. Mai in Neuchâtel Nationalrätin Isabelle Chevalley und ihren Ratskollegen Bastien Girod zur Präsidentin und zum Vizepräsidenten. An der Spitze der Schweizer Windenergiebranche stehen damit zwei Jungpolitiker mit bereits bemerkenswertem Leistungsausweis. Das Nachfolger-Duo übernimmt das Präsidium von Nationalrat Laurent Favre und damit die Geschicke der erneuerbaren Energieressource mit dem kurz- bis mittelfristig grössten Zubaupotenzial.

    > Download Medienmitteilung
    > Weitere Infos und Bilder von der Mitgliederversammlung

    Karikatur: Lad

    Windenergiewende in der Waadt

    Erfreuliche Signale aus der Westschweiz: Die Waadtländer Regierung nimmt 19 Windenergiestandorte ins kantonale Richtplanverfahren auf, zehn davon mit Vorbehalt. Damit können jährlich 1250 Gigawattstunden (GWh) Windstrom produziert werden, über ein Viertel des kantonsweiten Bedarfs. Suisse Eole wird die Waadt bei der Umsetzung dieser Pläne unterstützen: Was der Kanton heute vorschlägt, macht ihn zum vordersten Wegbereiter der schweizerischen Windenergiewende.

    > Mehr dazu in unserer Medienmitteilung

    Das „Windturbinen-Syndrom“ gibt es nicht

    Eine unabhängige Expertengruppe der Umwelt- und Gesundheitsämter des US-Bundesstaates Massachusetts kommt zum Schluss, dass Windturbinen keine direkten negativen Wirkungen auf die menschliche Gesundheit haben. Insbesondere haben sie keine Hinweise auf ein so genanntes „Windturbinen-Syndrom“ gefunden. Die Experten sehen kein Anzeichen dafür, dass der von Windturbinen abgegebene Schall oder Infraschall direkte schädliche Wirkung auf Menschen in Wohndistanz hat. Insbesondere konnte kein Zusammenhang gefunden werden zwischen Geräuschen von Windturbinen und psychischen wie auch körperlichen Symptomen. Nicht Gegenstand der Untersuchung war, welche gesundheitlichen Vorteile Windenergie gegenüber konventioneller Energieproduktion mit Kohle, Gas und Uran mit sich bringt.

    Die Studie belegt einmal mehr von unabhängiger Seite die vorhandenen wissenschaftlichen Kenntnisse. Auch die in der Schweiz geltenden Anforderungen werden bestätigt: Mit den via Lärmschutzverordnung definierten Minimalabständen und der Begrenzung des Schattenwurfs sind wir auf dem richtigen Weg.

    > Mehr zur Studie, insbesondere zum oft bemühten Buch von Nina Pierpont

     

    Sainte-Croix (VD): Ein Sieg der Vernunft

    Die Bürgerinnen und Bürger von Sainte-Croix im Waadtländer Jura haben Weitsicht bewiesen. In einer Konsultativabstimmung haben sie heute dem Bau eines Windparks mit 53% Ja zugestimmt. Suisse Eole gratuliert den Bürgerinnen und Bürgern von Sainte-Croix zu ihrem mutigen und klugen Entscheid. Er zeigt, dass einer Mehrheit die Zukunft unserer Energieversorgung am Herzen liegt und diese auch gewillt ist, den Tatbeweis vor Ort zu erbringen. Denn die Energiewende klappt nur, wenn alle Regionen entsprechend ihren natürlichen Ressourcen ihren bestmöglichen Beitrag leisten.
    Der Windpark Sainte-Croix wird mit seinen sechs Windturbinen jährlich rund 22 Millionen kWh sauberen Strom produzieren. Das entspricht dem Verbrauch von 6100 Haushalten.

    > Medienmitteilung Suisse Eole

    > www.romande-energie.ch

    Einigung bringt EolJoux voran

    Der WWF und die Projektpartner des Projekts EolJoux haben am 9.12.2011 eine Vereinbarung getroffen: Der Windpark mit sieben Anlagen darf gebaut werden, im Gegenzug investieren die Promotoren in Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz im Vallée de Joux. Der WWF wird sich somit weder dem Teilnutzungsplan noch der Baubewilligung für den Windpark EolJoux widersetzen. Er leitet auch keine rechtlichen Schritte gegen die Änderung des Standortperimeters in der BLN-Landschaft Vallée de Joux ein. Der Regionalsekretär des WWF Waadt, Serge Ansermet, kommentiert die Interessenabwägung: «Für den WWF war es wichtig, dass die Erzeugung von erneuerbarer Energie nicht zum Nachteil der Natur erfolgt. Dies ist beim Projekt EolJoux gewährleistet. Ebenfalls positiv ist, dass das Projekt von der lokalen Bevölkerung getragen wird.» Und Alain Bourqui, Generaldirektor des regionalen Stromversorgers SEVJ, freut sich:  «Die Windturbinen werden mehr Energie erzeugen, als in der Region verbraucht wird – einschliesslich Industrie.» Suisse Eole gratuliert beiden Parteien zu dieser Kompromisslösung und hofft auf eine Signalwirkung in Richtung anderer Umweltorganisationen.

    www.eoljoux.ch
    www.wwf.ch

    Mehrheit der Jurassier begrüsst Windenergie

    Nach dem Kanton Neuenburg hat auch der Kanton Jura die Bevölkerung zur Energiezukunft befragt. Das Plädoyer ist eindeutig: Die Jurassier wollen grossmehrheitlich eine regionale und erneuerbare Energieversorgung. 81% der Bevölkerung begrüssen Windenergieanlagen, wobei die Akzeptanz in den Freibergen tiefer ist als in den anderen Bezirken. 82% der repräsentativ Befragten sprechen sich für ein schnelleres Bewilligungsverfahren aus, 66% sind zu Konzessionen hinsichtlich Landschaftsbild bereit.

    Download Studie

    Website Jura.ch

    Pauschalabstände sind unsinnig

    Mehrere Vorstösse fordern pauschale Mindestabstände von Windenergieanlagen und Wohngebäuden. Gegenüber der bestehenden Lösung hätte dieses Instrument gravierende Nachteile. So würde die heutige Flexibilität in der Berücksichtigung der Standortverhältnisse zugunsten einer starren Regelung aufgegeben. Es würde eine Rechtsungleichheit geschaffen, da für Strassen, Eisenbahnlinien, Industrieanlagen und konventionelle Kraftwerke keine Pauschalabstände gelten. Pauschalabstände hätten verheerende Folgen für die Windenergienutzung in der Schweiz, indem kaum mehr Anlagen gebaut und somit die Ziele des Bundes nicht erreicht werden könnten. Zudem: Bei den oft bemühten Vergleichen mit dem Ausland werden entscheidende Tatsachen weggelassen.
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    Suisse Eole ist Mitglied der Agentur für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz: