Suisse Eole
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    Paysage libre – Freie Landschaft läuft Amok!

    Die Organisation fundamentaler Windenergiegegner hat am 2. Feb. 2012 eine Pressekonferenz abgehalten. Ihre Botschaft: Windenergie sei ein Nullsummenspiel für die Schweizer Energiepolitik, der Bundesrat, das Bundesamt für Energie und Suisse Eole würden das Volk wissentlich täuschen, die Windbranche sei eine Ansammlung von Geschäftemachern. Das 21-seitige Pressedossier ist gespickt mit plumpen Unterstellungen, falschen Berechnungen und Behauptungen. Die unappetitliche Breitseite gegen die nachhaltige Stromproduktionstechnik hat einen Namen: Christof Merkli, ungefragter Vielschreiber gegen die Windenergie.
    Suisse Eole arbeitet konstruktiv an der Lösung der drängenden Energiefrage und unterstützt die im parlamentarischen Prozess beschlossene neue Energiepolitik des Bundes. Wir haben im Sinne des Gemeinwohls wichtigere Aufgaben, als uns mit Herrn Merkli zu streiten. An Medienschaffende appellieren wir, mit den Medienstellen von Suisse Eole zu sprechen (ideja für die Deutschschweiz, Centre info für die Suisse romande), bevor sie ihrem Publikum Ungeniessbares aus der Küche von «Paysage libre – Freie Landschaft» vorsetzen. Vielen Dank – im Namen einer seriösen Debatte über die künftige Stromversorgung der Schweiz.

    Das „Windturbinen-Syndrom“ gibt es nicht

    Eine unabhängige Expertengruppe der Umwelt- und Gesundheitsämter des US-Bundesstaates Massachusetts kommt zum Schluss, dass Windturbinen keine direkten negativen Wirkungen auf die menschliche Gesundheit haben. Insbesondere haben sie keine Hinweise auf ein so genanntes „Windturbinen-Syndrom“ gefunden. Die Experten sehen kein Anzeichen dafür, dass der von Windturbinen abgegebene Schall oder Infraschall direkte schädliche Wirkung auf Menschen in Wohndistanz hat. Insbesondere konnte kein Zusammenhang gefunden werden zwischen Geräuschen von Windturbinen und psychischen wie auch körperlichen Symptomen. Nicht Gegenstand der Untersuchung war, welche gesundheitlichen Vorteile Windenergie gegenüber konventioneller Energieproduktion mit Kohle, Gas und Uran aufweist.

    > Mehr zur Studie, insbesondere zum oft bemühten Buch von Nina Pierpont

     

    Einigung bringt EolJoux voran

    Der WWF und die Projektpartner des Projekts EolJoux haben am 9.12.2011 eine Vereinbarung getroffen: Der Windpark mit sieben Anlagen darf gebaut werden, im Gegenzug investieren die Promotoren in Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz im Vallée de Joux. Der WWF wird sich somit weder dem Teilnutzungsplan noch der Baubewilligung für den Windpark EolJoux widersetzen. Er leitet auch keine rechtlichen Schritte gegen die Änderung des Standortperimeters in der BLN-Landschaft Vallée de Joux ein. Der Regionalsekretär des WWF Waadt, Serge Ansermet, kommentiert die Interessenabwägung: «Für den WWF war es wichtig, dass die Erzeugung von erneuerbarer Energie nicht zum Nachteil der Natur erfolgt. Dies ist beim Projekt EolJoux gewährleistet. Ebenfalls positiv ist, dass das Projekt von der lokalen Bevölkerung getragen wird.» Und Alain Bourqui, Generaldirektor des regionalen Stromversorgers SEVJ, freut sich:  «Die Windturbinen werden mehr Energie erzeugen, als in der Region verbraucht wird – einschliesslich Industrie.» Suisse Eole gratuliert beiden Parteien zu dieser Kompromisslösung und hofft auf eine Signalwirkung in Richtung anderer Umweltorganisationen.

    www.eoljoux.ch
    www.wwf.ch

    Dreissigste Schweizer Windturbine errichtet

    Eine 50 Meter hohe Windturbine wurde am 11.11.2011 in Rengg bei Entlebuch (LU) montiert. Sie steht 300 m südlich der Anlage, welche die Windpower AG vor sechs Jahren errichtet hat. Da die beiden Anlagentypen sehr ähnlich sind, ergibt sich ein harmonisches Landschaftsbild. Mit 0,95 MW Leistung und 54 m Rotordurchmesser wird sie ebenfalls Strom für den Bedarf von nahezu 300 Haushalten erzeugen. Mit dem jüngsten Zuwachs sind nun 30 grosse Windturbinen in der Schweiz installiert.

    Die Energiestadt und Biosphärengemeinde Entlebuch unterstützte bereits den Bau der ersten Anlage und begrüsst den Zuwachs. «Die Förderung erneuerbarer Energie haben wir uns auf die Fahne geschrieben. Sie bringt neben ökologischen Vorteilen auch Wertschöpfung in die Gemeinde und die UNESCO Biosphäre Entlebuch», sagt die zuständige Gemeinderätin Petra Wey-Hofstetter.

    An der Gemeindeversammlung vom 13.12.2011 haben die Entlebucher Stimmberechtigten ein kommunales Gesamtkonzept für die Errichtung eines Windparks einstimmig genehmigt. Es basiert auf dem Konzept Windenergie des Kantons Luzern und sieht einen Windpark mit sechs Anlagen und eine Erweiterungsoption von drei zusätzlichen Anlagen vor.

    Download Gesamtkonzept

    Akzeptanzstudie Windenergie Entlebuch (Download)

    Im Fokus

    Segel setzen für Windenergie

    Das Thema in éole-info, dem Suisse Eole Newsletter: Obwohl alle politischen Instanzen der neuen Energiestrategie des Bundes zustimmen, harzt der Windenergieausbau. Soll Windenergie den Platz einnehmen, der ihr in der Neuen Energiepolitik zugedacht ist, so braucht es bessere Rahmenbedingungen. Schleunigst.

    > Lesen Sie weiter in éole-info 23

    Kein Neodym in Schweizer Windturbinen

    Suisse Eole hat die Fernsehbeiträge (Norddeutscher Rundfunk, Schweizer Fernsehen) zur Problematik von Neodym in Windturbinen mit Besorgnis zur Kenntnis genommen. Es gilt festzuhalten, dass nur wenige Anlagentypen betroffen sind und die Branche auf der Suche nach Alternativlösungen ist. Gemäss Abklärungen von Suisse Eole sind in der Schweiz keine grossen Anlagen mit dem problematischen Metall im Generator installiert. Es besteht also kein Grund, an der Sauberkeit des Schweizer Windstroms zu zweifeln. Ökobilanzen belegen denn auch die gute Umweltverträglichkeit von Windenergie gegenüber anderen Energiesystemen.

    Infoblatt Neodym
    Ökobilanz von Windstrom und anderen Energiesystemen

     

    Mont-Crosin (BE): Gute Akzeptanz, Details unter der Lupe

    Die Juvent SA, Eigentümerin des Windparks Mont-Crosin, hat am 25. Oktober die Resultate einer Studie publiziert, die sie bei der Fondation Rurale Interjurassienne (FRI) in Auftrag gegeben hatte. Ziel war, mit Anwohnerinnen und Anwohnern gemeinsam die Einflüsse des Windparks zu evaluieren und im Fall gravierender Belästigung Massnahmen vorzuschlagen.
    Im gegen 20 km2 grossen Planungsperimeter liegen 328 Grundstücke von 195 Eigentümern, wovon 50 Landwirte. «Im Ganzen ist die Akzeptanz des Windparks gut», resümiert Frédéric Chollet, der Verantwortliche für die Studie. Die Untersuchung habe da und dort lebhafte Debatten hervorgerufen, doch sei festzuhalten, dass sich die angesprochenen Personen über das ihnen entgegengebrachte Interesse gefreut hätten. Berücksichtigt wurden folgende Kriterien: Lärm, Schattenwurf, Warnlichter der Flugsicherheit, Verkehr, Tourismus, visuelles Umfeld und Tierschutz. Nur wenige bewohnte Häuser müssen nun einer Detailanalyse unterzogen werden, die den Einfluss des Windparks über vier Jahreszeiten hinweg untersucht.

    > Mehr

    Höchstgelegene Windturbine Europas aufgestellt

    (c) SIG-Swisswinds

    Sie ist die jüngste Windenergieanlage in der Schweiz, sie steht auf genau 2465 m ü. M., in hochalpiner Landschaft über dem Gries-Stausee (VS), nahe der Nufenen-Passhöhe. Am 30. September 2011 wurde im Beisein von Bundesrätin Doris Leuthard und des Walliser Staatsrats Jean-Michel Cina das Richtfest der Enercon E-70 gefeiert. Die 2,3-MW-Anlage symbolisiert die einheimische Stromversorgung und trägt zur Regionalentwicklung des Obergoms bei. Suisse Eole gratuliert dem Team von SwissWinds Development GmbH und ihren Partnern: chapeau!

    > www.swisswinds.com


    Kanton Aargau: Mindestwindgeschwindgkeit ade!

    (c) Staatskanzlei Kt. AG

    Mit deutlichem Mehr hat es der Aargauer Grosse Rat am 20.9.2011 abgelehnt, die Windenergienutzung im Kanton mit technischen Kriterien einzuschränken. Die vorberatende Kommission hatte vorgeschlagen, eine sehr hohe Mindestwindgeschwindigkeit im Richtplan festzuschreiben, was einem Verbot von Windenergieanlagen gleichgekommen wäre. Die Kommission war fälschlicherweise davon ausgegangen, dass es in Deutschland entsprechende Regelungen gäbe. Mit der Verhinderung der Überregulierung bleibt im traditionellen Energiekanton der Weg offen für sechs Gross-Windenergieanlagen, die sich auf Kantonsgebiet in fortgeschrittener Planung befinden. Mit einer Gesamtleistung von 17 MW und einer zu erwartenden Stromproduktion von rund 30 Mio. kWh könnten sie den Bedarf von gut 8000 aargauischen Haushalten decken. Zum Vergleich: Die Stadt Aarau zählt 7415 Haushalte.

    > Beitrag der Aargauer Zeitung

    Mehrheit der Jurassier begrüsst Windenergie

    Nach dem Kanton Neuenburg hat auch der Kanton Jura die Bevölkerung zur Energiezukunft befragt. Das Plädoyer ist eindeutig: Die Jurassier wollen grossmehrheitlich eine regionale und erneuerbare Energieversorgung. 81% der Bevölkerung begrüssen Windenergieanlagen, wobei die Akzeptanz in den Freibergen tiefer ist als in den anderen Bezirken. 82% der repräsentativ Befragten sprechen sich für ein schnelleres Bewilligungsverfahren aus, 66% sind zu Konzessionen hinsichtlich Landschaftsbild bereit.

    Download Studie

    Website Jura.ch

    Beeinflussen Windturbinen das Weltklima?

    Die These ist so abstrus, dass man zunächst an einen schlechten Witz glaubt. Ein Max-Planck-Forscher behauptet, die Nutzung der Windenergie könne die atmosphärischen Strömungen so beeinflussen, dass sich dadurch Veränderungen für das Weltklima ergäben. Radio DRS 2 und die NZZ am Sonntag haben das Thema kürzlich aufgegriffen.
    Ein simpler Vergleich zeigt, wie kraus die Argumentation ist. Die unterste Schicht der Atmosphäre, die Troposphäre, ist 15 km hoch. In ihr spielen sich die meisten Wetterphänomene ab. Die höchste Windturbine in der Schweiz erreicht bis zur äusserten Rotorblattspitze 150 m. Zum Vergleich: Das wäre, wie wenn man in einen 10 m tiefen Fluss (z.B. den Rhein bei Basel) einen Zeigefinger steckt. Selbst wenn man mit Tausenden Fingern die ganze Breite des Flusses überspannen würde: Kann man so die Strömung des Flusses wirklich wesentlich beeinflussen, geschweige denn aufhalten? Oder anders gefragt: Die Alpen sind mit 4000 m Höhe und ihren Zerklüftungen ein erhebliches Windhindernis. Würde die These stimmen, hätten sie zusammen mit anderen Gebirgszügen die Winde längst zum Erliegen gebracht.
    Mark Jacobson, Professor für Atmosphärenwissenschaft an der Stanford University, sagt zur These klipp und klar: „Das ist schlechte Wissenschaft.“ Denn seine Berechnungen zeitigen ganz andere Resultate: Um den Weltenergiebedarf zu decken, benötige man lediglich 0,007 Prozent der in der Troposphäre vorhandenen Windenergie. Allein der Luftwiderstand von Gebäuden und Aerosolen sei zehnmal grösser als der von den dafür nötigen Windturbinen.

    Illustration: Niko Lang

    Pauschalabstände sind unsinnig

    Mehrere Vorstösse fordern pauschale Mindestabstände von Windenergieanlagen und Wohngebäuden. Gegenüber der bestehenden Lösung hätte dieses Instrument gravierende Nachteile. So würde die heutige Flexibilität in der Berücksichtigung der Standortverhältnisse zugunsten einer starren Regelung aufgegeben. Es würde eine Rechtsungleichheit geschaffen, da für Strassen, Eisenbahnlinien, Industrieanlagen und konventionelle Kraftwerke keine Pauschalabstände gelten. Pauschalabstände hätten verheerende Folgen für die Windenergienutzung in der Schweiz, indem kaum mehr Anlagen gebaut und somit die Ziele des Bundes nicht erreicht werden könnten. Zudem: Bei den oft bemühten Vergleichen mit dem Ausland werden entscheidende Tatsachen weggelassen.
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    NE: 93% wollen Windenergieausbau

    Im Kanton Neuenburg haben Windkraftgegner bei der Einreichung ihrer Initiative nicht vor irreführenden Angaben Halt gemacht. Nebst mehreren Falschaussagen wurden auch Fotomontagen mit überproportionierten und nicht korrekt platzierten Windturbinen publiziert. Im Interesse eines konstruktiven Dialogs mit Regierung und Bevölkerung über die Zukunft der kantonalen Energieversorgung legte Suisse Eole an der Medienkonferenz vom 4.11.2010 die Fakten dar. Mit den vorgesehenen fünf Windparks könnte der Kanton 20% seines Strombedarfs decken.

    Gemäss einer Mitte November publizierten Meinungsumfrage sind 93% der Befragten für einen Ausbau der Windenergie im Kanton Neuenburg. 73% sind der Ansicht, dass Windenergieanlagen die Jurakreten nicht verunstalten.
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    Suisse Eole ist Mitglied der Agentur für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz: